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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Neuzeitliche Romane
lizzie Offline

Lektorin


Beiträge: 2.007

20.11.2009 21:37
Georgette Heyer: antworten

Autoren-Porträt von Georgette Heyer:
Georgette Heyer, geboren am 16. August 1902, schrieb mit siebzehn Jahren ihren ersten Roman, der zwei Jahre später veröffentlicht wurde. Seit dieser Zeit hat sie eine lange Reihe charmant unterhaltender Bücher verfaßt, die weit über die Grenzen Englands hinaus Widerhall fanden. Sie starb am 5. Juli 1974 in London.

lizzie Offline

Lektorin


Beiträge: 2.007

04.02.2010 10:24
Georgette Heyer antworten

geboren am 16. August 1902, schrieb mit siebzehn Jahren ihren ersten Roman, der zwei Jahre später veröffentlicht wurde.Bis 1972 veröffentlichte sie 57 Bücher – vor allem historische Liebesromane, die zur Regency-Zeit in England oder Frankreich spielen und eine Auflage von mehreren Millionen erreichten. Ihr Werk zeichnet sich aus durch bestens recherchiertes Detailwissen über die damaligen Lebensumstände, schlagfertige Dialoge und plastische Charaktere.
1974 verstarb sie in London.
kurze Beschreibungen ihrer Bücher
http://www.fen-net.de/tobias.geiler/heyer.htm

Der Mira Verlag legt 3 Bücher von Georgette Heyer ab Mai auf aber der Cora Verlag bringt sie nun auch unter der Reihe Historical 2 Euro günstiger heraus. der erste Roman der erste Roman Die Jungfernfalle wird Dienstag,am 16. Februar ,im Zeitschriftenhandel erscheinen.
am 13.04.10 erscheint Venetia und der Wüstling. Der Heiratsmarkt am 08.06.10

1 Buch - Die Jungfernfalle
Gefährliche Versuchungen, zweifelhafte Freier und einen schurkischen Entführer, das alles lernt Judith Taverner, die junge Aristokratin vom Land sehr schnell kennen, als sie sich mit ihrem Bruder lebenshungrig in das Londoner Gewimmel stürzt. Doch die Stadt des Luxus und der Moden, der exquisiten Feste und reichen Dandys hat nicht nur fragwürdige Abenteuer, sondern auch ein handfestes Problem zu bieten: Aufgrund eines testamentarischen Schreibfehlers wurde der undurchsichtige Earl of Worth zu Judiths Vormund bestellt. Und der ist nicht zimperlich bei der Zähmung widerspenstiger Mündel. Im graziösen Spiel der Liebe zeichnet Georgette Heyer reizvoll und treffend die Gefahren und Erfahrungen des Reifens.


2 Buch Venetia und der Wüstling
Das Regency, eine Zeit, die freie Sitten mit Grazie zu verbinden wusste!
In "Venetia und der Wüstling" wird die Seite der Grazie ganz sicher von der klugen 25-jährigen Venetia Lanyon vertreten. Früh zur Waise geworden, muss sie sich nicht nur um ihren verkrüppelten Bruder Aubrey und das Familienanwesen kümmern, sondern sich ferner gegen den spröden Edward Yardley sowie manch anderen Anbeter zur Wehr setzen. Denn wie es so ist bei einer unschuldsvollen Dame von Welt: Geheiratet wird nur aus Liebe. Und der verfällt sie, als sie zufällig ihren Nachbarn Lord Damerel kennen lernt - freizügig, charmant und ein mustergültiger Vertreter der freien Sitten. Venetia will dem attraktiven Wüstling nicht verfallen, aber da ist es schon zu spät …

3 Buch - Der Heiratsmarkt
Elegante Bälle, Pferderennen und Teegesellschaften: Während der Londoner Saison will die charmante Frederica endlich einen standesgemäßen Gatten für ihre Schwester Charis finden. Bald jedoch ist sie selbst von galanten Herren umringt. Wird es der resoluten Frederica gelingen, den attraktiven Marquis von Alverstoke für ihre Ziele einzuspannen? Ein köstlicher Einblick in die Heiratspolitik der Londoner Gesellschaft während der Epoche des englischen Regency.

Hier Ihre deutsche Bücherliste:
Die drei Ehen der Grand Sophy
Der Page und die Herzogin
Venetia und der Wüstling
Penelope und der Dandy
Die widerspenstige Witwe
Frühlingsluft
Serena und das Ungeheuer
Lord "Sherry"
Ehevertrag
Liebe unverzollt
Barbara und die Schlacht von Waterloo
Der schweigsame Gentleman
Heiratsmarkt
Die Liebesschule
Ein Mädchen ohne Mitgift
Eskapaden
Findelkind
Herzdame
Die bezaubernde Arabella (Lest auch dieses Review!)
Die Vernunftehe
Geliebte Hasadeurin
Die spanische Braut
Falsches Spiel
Die galante Entführung
Verführung zur Ehe
Die Jungfernfalle
Brautjagd
Verlobung zu dritt
Damenwahl
Skandal im Ballsall
Der schwarze Falter
April Lady
Lord Ajax
Junggesellentage
Der Unbesiegbare
Zärtliches Duell
Lord John
Der tolle Nick
Der Eroberer
Königliche Abenteuer

Detektivromane:
Mord vor dem Dinner (Envious Casca)
Vorsicht, Gift (Behold, here's Poison)
Ein Mord mit stumpfer Waffe (A Blunt Instrument)
Der Mörder von nebenan (Detection unlimited)
Mord ohne Mörder (No Wind of Blame)
Der Tip des Toten (The Unfinished Clue)
Der Tote am Pranger (Death in the Stocks)
Der Trumpf des Toten (Penhallow)
... und sie fanden einen Toten (They Found Him Dead)
Warum den Butler erschiessen? (Why shoot a Butler)
Mord beim Bridge (Dupilcate Death)
Schritte im Dunkeln (Footsteps in the Dark)[/center]

lizzie Offline

Lektorin


Beiträge: 2.007

31.03.2010 12:45
#3 RE: Georgette Heyer antworten

erscheint am 13.04.10
Leseprobe
Aus: VENETIA UND DER WÜSTLING von GEORGETTE HEYER
1. kapitel

"Heute Nacht ist ein Fuchs unter die Hennen geraten und hat eine unserer besten Legerinnen entführt", bemerkte Miss Lanyon. "Noch dazu eine Urgroßmutter! Er sollte sich wirklich schämen!" Da sie keine Antwort bekam, fuhr sie mit veränderter Stimme fort: "Ja, wirklich! Das ist zu schlimm. Was sollen wir jetzt tun?"
Ihr Gefährte wurde aufmerksam, hob die Augen von dem Buch, das offen neben ihm auf dem Tisch lag, und schaute sie, etwas geistesabwesend, fragend an, "Was soll das? Hast du etwas zu mir gesagt, Venetia?"
"Ja, Liebling", antwortete seine Schwester heiter, "aber es war ganz und gar unwichtig, und ich habe auf alle Fälle gleich für dich geantwortet. Du würdest wirklich staunen, wenn du wüsstest, was für interessante Gespräche ich mit mir führe und wie ich sie genieße."
"Ich habe gelesen."
"Stimmt – und deinen Kaffee kalt werden lassen, abgesehen davon, dass du das Butterbrot nicht fertiggegessen hast. So iss es doch auf! Ich glaube wirklich, ich sollte dir nicht erlauben, bei Tisch zu lesen."
"Och, ohnehin nur am Frühstückstisch!", sagte er verächtlich. "Probier's, ob du mich davon abhalten kannst!"
"Natürlich kann ich das nicht. Was ist es eigentlich?", gab sie zurück und schaute den Band an. "Ach, Griechisch! Zweifellos irgendeine erbauliche Geschichte."
"Die Medea", sagte er zurückhaltend. "In der Ausgabe von Porson, die mir Mr. Appersett geliehen hat."
"Und ob ich die kenne! Sie war doch dieses bezaubernde Geschöpf, das ihren Bruder zerschnippelt und die Stücke ihrem Papa vor die Füße geworfen hat, nicht? Sicher eine absolut liebenswürdige Person, wenn man sie erst näher kennt."
Er zuckte ungeduldig die Achsel und antwortete wegwerfend: "Das verstehst du nicht, und es ist pure Zeitverschwendung, dir das zu erklären."
Sie zwinkerte ihm zu. "Aber ich versichere dir, ich verstehe sie! Ja, bin ganz auf ihrer Seite, abgesehen davon, dass ich mir wünsche, ich besäße ihre Entschlossenheit! Obwohl ich glaube, ich hätte deine Überreste fein säuberlich im Garten vergraben, mein Lieber!"
Diese ausfallende Bemerkung entlockte ihm ein Grinsen, aber er sagte bloß, bevor er sich wieder seinem Buch zuwandte, ein solcher Befehl an sie wäre bestimmt die einzige Aufmerksamkeit gewesen, die ihre Eltern der Sache gewidmet hätten.
Gegen seine Gewohnheiten abgehärtet, versuchte es seine Schwester nicht weiter, seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Das Butterbrot – alles, was er an diesem Morgen zu essen gewillt war – lag zur Hälfte aufgegessen auf seinem Teller, aber ihn weiter zu ermahnen, wäre Zeitverschwendung gewesen, und hätte sie es gewagt, sich zu erkundigen, wie er sich heute Morgen fühle, hätte sie ihn doch nur aufgebracht.
Er war ein magerer Junge, ziemlich klein für sein Alter, keineswegs unhübsch, aber mit einem Gesicht, das über seine Jahre hinaus scharf und von Linien durchzogen war. Einem Fremden wäre es schwergefallen, sein Alter zu schätzen, da die Unreife seines Körpers in seltsamem Gegensatz zu seinem Gesicht und seinem Benehmen stand. Tatsächlich war er erst vor Kurzem siebzehn geworden, aber körperliches Leiden hatte die Linien in sein Gesicht gegraben, und der Umgang ausschließlich mit Menschen, die älter waren als er, gepaart mit einem Intellekt, der zu Gelehrsamkeit neigte und sehr ausgeprägt war, hatte ihn frühreif gemacht. Eine Erkrankung des Hüftgelenks hatte ihn von Eton ferngehalten, wo sein Bruder Conway, um sechs Jahre älter als er, erzogen worden war, und das – oder, wie seine Schwester manchmal dachte, die verschiedenen Behandlungen seiner Krankheit, die er hatte durchmachen müssen – hatte dazu geführt, dass eines seiner Beine kürzer war. Er konnte nur mit einem sehr deutlich merkbaren und hässlichen Hinken gehen, und obwohl die Krankheit angeblich zum Stillstand gebracht worden war, schmerzte ihn das Gelenk bei ungünstigem Wetter oder wenn er sich überanstrengt hatte, immer noch. Sporte, für die sich sein Bruder begeisterte, waren ihm verwehrt, aber er war ein tapferer Reiter und ein recht guter Schütze, und nur er wusste – und Venetia erriet es –, wie bitterlich er sein Leiden hasste.
Eine Knabenzeit erzwungener physischer Unbeweglichkeit hatte in ihm die angeborene Neigung zu Gelehrsamkeit verstärkt. Als er vierzehn war, hatte er seinen Erzieher, wenn nicht an Wissen, so doch an Erfassen übertroffen, und der würdige Mann erkannte, dass der Junge einen Pauker höheren Wissens bedurfte, als er es zu liefern imstande war. Zum Glück war ein Mann, der darüber verfügte, vorhanden. Der Pastor war ein bedeutender Gelehrter und hatte seit langem mit einer Art sehnsüchtigem Entzücken Aubrey Lanyons Fortschritte verfolgt. Er bot sich an, den Jungen für Cambridge vorzubereiten, Sir Francis Lanyon, erleichtert, dass es ihm erspart blieb, einen neuen Erzieher in seinen Haushalt aufnehmen zu müssen, stimmte dem Arrangement zu, und Aubrey, damals bereits imstande, sich auf ein Pferd zu setzen, verbrachte daraufhin den größten Teil des Tages im Pfarrhaus, brütete in dem halbdunklen Bücherzimmer des Reverend Julius Appersett über gelehrten Texten, sog eifrig das umfassende Wissen seines sanften Präzeptors in sich ein und erfüllte diesen mit einem sich ständig steigernden Glauben an Aubreys Fähigkeit, dereinst zu brillieren. Aubrey war schon im Trinity College immatrikuliert, wo er im kommenden Jahr zu Michaeli aufgenommen werden würde. Und Mr. Appersett setzte durchaus keinen Zweifel darein, dass Aubrey, so jung er dann noch immer sein würde, sich sehr bald in den Rang eines Scholaren erhoben sähe.
Weder seine Schwester noch sein älterer Bruder hegten in diesem Punkt die geringsten Zweifel. Venetia wusste, dass er einen hohen Verstand besaß, und Conway, selbst ein prächtig robuster junger Sportler, für den schon das Schreiben eines Briefes eine unerträgliche Mühe bedeutete, betrachtete den Bruder mit ebenso großer Ehrfurcht wie mit Mitleid. Scholar werden zu wollen, erschien Conway ein seltsamer Ehrgeiz, aber er hoffte aufrichtig, dass es Aubrey gelingen würde, denn was sonst – sagte er einmal zu Venetia – konnte der arme kleine Bursche tun, als sich an seine Bücher halten?
Was Venetia betraf, so meinte sie, dass er sich viel zu eng an diese hielt und in einem erschreckend frühen Alter alle Anzeichen zeigte, ein ebenso eigensinniger Eigenbrötler zu werden, wie es ihr Vater gewesen war. Derzeit sollte er gerade Ferien genießen, denn Mr. Appersett war in Bath und erholte sich von einer schweren Krankheit, indes ein Vetter, mit dem er zum Glück hatte tauschen können, seine Pflichten hier erfüllte. Jeder andere Junge hätte seine Bücher in eine Stellage gestopft und wäre mit seiner Angelrute ausgezogen. Aubrey brachte selbst an den Frühstückstisch Bücher mit und ließ seinen Kaffee kalt werden, während er dasaß, seine hohe, zarte Stirn aufgestützt, die Augen auf die Druckseite gerichtet, das Gehirn derart darauf konzentriert, was er gerade las, dass man seinen Namen hätte dutzendmal aussprechen können und trotzdem keine Antwort erhalten hätte. Es fiel ihm nicht auf, dass er durch eine derartige Konzentration zu einem schlechten Gesellschafter wurde. Erzwungenerweise fiel es Venetia auf, aber da sie seit langem erkannt hatte, dass er genauso egoistisch war wie sein Vater oder sein Bruder, konnte sie seine seltsame Art völlig gleichmütig hinnehmen und ihn auch weiterhin gern haben, ohne schmerzlich enttäuscht zu sein.
Sie war um neun Jahre älter als er, das älteste der drei überlebenden Kinder eines Großgrundbesitzers im Yorkshire mit einer langen Ahnenreihe, einem behaglich großen Vermögen und exzentrischen Gewohnheiten. Der Verlust seiner Frau, bevor Aubrey noch lange Hosen trug, war die Ursache gewesen, dass sich Sir Francis in den dicken Mauern seines Herrenhauses, etliche fünfundzwanzig Meilen von York entfernt, vergrub, voll erhabener Gleichgültigkeit dem Wohlergehen seiner Sprösslinge gegenüber, und der Gesellschaft seiner Kameraden abschwor. Venetia konnte nur annehmen, dass sein Wesen schon immer zum Einsiedlertum neigte, denn sie konnte unmöglich glauben, dass ein derart ausgefallenes Verhalten aus einem gebrochenen Herzen kam. Sir Francis war ein Mann von steifem Stolz, aber nie ein empfindsamer Mensch gewesen, und dass seine Ehe ungetrübte Seligkeit gewesen wäre, war eine liebenswürdige Fiktion, die seine klaräugige Tochter einfach nicht glaubte. Ihre Erinnerungen an die Mutter waren vage, aber sie enthielten den Nachhall erbitterten Zanks, zugepfefferter Türen und peinlich hysterischer Anfälle. Sie konnte sich erinnern, dass sie in das duftende Schlafzimmer ihrer Mutter kommen durfte, um zuzuschauen, wie diese für einen Ball im Howard-Schloss angekleidet wurde, sie konnte sich an ein wunderschönes, aber unzufriedenes Gesicht erinnern, an ein Gewirr teurer Kleider, an eine französische Kammerzofe. Aber sie konnte nicht eine einzige Erinnerung an mütterliche Besorgnis oder Liebe heraufbeschwören. Sicher war, dass Lady Lanyon die Liebe ihres Gatten zum Landleben nicht geteilt hatte. Jedes Frühjahr hatte das schlecht zusammenpassende Paar in London gesehen, der Frühsommer brachte sie nach Brighton. Wenn sie nach Undershaw zurückkehrten, dauerte es nicht lange, bis Ihre Gnaden Trübsal blies. Und wenn sich der Winter über Yorkshire senkte, konnte sie unmöglich das strenge Klima ertragen und war mit ihrem widerstrebenden Gatten auf und davon, auf einer Besuchstour bei ihren Freunden. Kein Mensch hätte sich vorstellen können, dass Sir Francis eine solche Schmetterlingsexistenz passte, dennoch war er ein geschlagener Mann, als eine plötzliche Krankheit seine Frau dahinraffte, nicht imstande, den Anblick ihres Porträts an der Wand zu ertragen, noch ihren Namen erwähnt zu hören.
Seine Kinder wuchsen in der Wüste auf, die er geschaffen hatte, nur Conway, der nach Eton geschickt wurde und von dort in ein Infanterieregiment eintrat, entfloh in eine größere Welt. Weder Venetia noch Aubrey waren weiter als von Undershaw nach Scarborough gekommen, und ihre Bekanntschaft beschränkte sich auf die paar Familien, die in Reichweite des Herrenhauses lebten. Keinem von beiden tat das leid, Aubrey nicht, weil er davor zurückschrak, unter Fremde zu gehen, Venetia, weil es ihr einfach nicht lag, es zu bedauern. Sie war nur ein einziges Mal untröstlich gewesen, und zwar, als sie siebzehn wurde und Sir Francis es ablehnte, sie zu seiner Schwester nach London fahren zu lassen, damit Venetia bei Hof vorgestellt und in die Gesellschaft eingeführt werde. Es schien hart, und sie hatte einige Tränchen vergossen. Aber nur ein bisschen Überlegung hatte genügt, sie zu überzeugen, dass der Plan wirklich ziemlich undurchführbar war. Sie konnte Aubrey, damals ein kränklicher Achtjähriger, nicht allein der Pflege der Nurse überlassen: die Ergebenheit dieses vortrefflichen Geschöpfes hätte ihn ins Irrenhaus gebracht. So hatte sie die Tränen getrocknet und sich mit der Situation abgefunden. Papa war schließlich doch nicht so unvernünftig. Wenn er auch einer Londoner Saison nicht zustimmen wollte, so erhob er doch keinen Einwand dagegen, dass sie die Unterhaltungen in York oder sogar in Harrogate mitmachte, wann immer Lady Denny oder Mrs. Yardley sie einlud, mitzufahren, was sie ziemlich häufig taten, die eine aus Güte, die andere unter dem Druck ihres entschlossenen Sohnes. Auch war Papa durchaus nicht kleinlich: er kümmerte sich nie um ihre Ausgaben für den Haushalt, gab ihr eine recht schöne Apanage und hinterließ ihr, einigermaßen zu ihrer Überraschung, nach seinem Tod ein recht respektables Einkommen.
Dieses Ereignis hatte sich vor drei Jahren abgespielt, einen Monat nach dem glorreichen Sieg bei Waterloo, und ganz unerwartet, durch einen tödlichen Schlaganfall. Es war für seine Kinder zwar ein Schock, aber kein Kummer gewesen. "In Wirklichkeit", sagte Venetia zum Entsetzen der gütigen Lady Denny, "kommen wir viel besser ohne ihn aus."

© der deutschen Übersetzung Paul Zsolnay Verlag Wien 1962.

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